Stimmen der Kritik
zu meinen Arbeiten
Zu Lars Noren: Nachtwache
Totenwachen gelten als irische Spezialität. Diese Nachtwache zweier Brüder mit Gespons findet in der Gegenwart der mütterlichen Asche-Urne statt…Im “Gallus” ein konventionell gut inszeniertes, ordentlich gespieltes Stück Seelentaucherei zu sehen hat nach all dem cholerischen Tasten, Suchen und Nicht-Finden aber etwas Erleichterndes. Ein Abend gut abgepackte Erschütterung, ohne Herausforderung durch die Form. Das Theater mag “non gratum” sein, der Kritiker ist dankbar.
(Frankfurter Neue Presse, 04. April 2005)
Zu Ron Harwood: Der Fall Furtwängler
Der Premieren-Abend von Ronald Harwoods Stück "Der Fall Furtwängler" hat begonnen. Die Kälte im Bühnenraum (Ausstattung Ewa Marta) ist spürbar. Und noch etwas anderes läßt die Luft erstarren: Major Arnold sammelt Beweismaterial, das gegen den Dirigenten Wilhelm Furtwängler vorgebracht werden soll.
Helmut Barz zeichnet die Figuren nicht in schwarzen und weißen Bildern. Vielmehr kommt es ihm darauf an, auch die kleinste Veränderung in ihrem Verhalten sichtbar und verstehbar zu machen. Auf diese Weise bleibt alles in einem nicht abgeschlossenen Zustand - Dem Zuschauer wird am Ende nicht ein Resultat übergeben. Er ist gehalten, sich selbst zu befragen, um zu (be)urteilen.
Helmut Barz gibt seiner Inszenierung die latent vibrierende
Grundstimmung aus Misstrauen, existentieller
Angst und fast verbissener Selbsttäuschung. Aus dieser
nicht nur unterschwelligen Unruhe treten die Figuren mit
ihren profilklaren Wesensmerkmalen hervor, im
Mittelpunkt die Kontrahenten Major Arnold (Helmut
Thiele) und Wilhelm Furtwängler (Eike Gallwitz). Zwei
Menschen, die in ihrem Denken und Fühlen
unterschiedlicher nicht sein könnten. Zwei
Schauspieler, welche diesen Umstand mit ihrer
kraftvollen Gestaltungsgabe außerordentlich glaubhaft
werden lassen...
Am Schluß viel Beifall für einen wichtigen und zum
Nachdenken mahnenden Abend.
(Celle'sche Zeitung, 30. April 2001)
Zu Ariel Dorfman: Der Tod und das Mädchen
Ariel Dorfmans Text erfährt in der Inszenierung von
Helmut Barz adäquate Authentizität. Zum
schlüssigen Gesamteindruck gehört auch das
sachlich ausgestattete Bühnenbild: Es verbreitet
eine kühle, fast schon anonyme Atmosphäre. In
diesem Rahmen führt der Regisseur die drei
Personen unspektakulär, geduldig abwartend,
aufeinander zu. Ohne seine Position als
berichtender Beobachter zu verlassen, zeichnet
er das zusehends gespannter werdende
Verhältnis zwischen den Dreien. ...
Ohne Pathos, statt dessen mit seiner ganzen
dramaturgischen Aufmerksamkeit für die offene
unbeugsame Auseinandersetzung, die sich
zwischen schmerzender Erinnerung,
opportunistischer Haltung und quälender
Selbstrechtfertigung ihren Weg sucht, realisiert
Helmut Barz eine ebenso spannende wie
erschütternde Bühnenfassung. Er verschont uns
nicht vor einer Brutalität unter Menschen und in
politischen Systemen, die leider nicht der
Geschichte angehört. Zugleich hört er aber auch
die manchmal kaum mehr wahrnehmbaren
Zwischentöne, die ebenso vorhanden sind.
(Cellesche Zeitung, 2. Mai 2000)
Zu Weiß/Breitscheid: P. A. G. S.
Ein bunter und fetziger, aber auch beunruhigender und
packender Videoclip für die junge Generation.
(dpa, 19. November 1999)
Zu Carl Maria von Weber: Der Freischütz
...ein großartiges, im künstlerischen Aufwand
bewundernswertes Projekt...
(Darmstädter Echo, 1. August 1998)
Zu Jean Paul Sartre: Geschlossene Gesellschaft
...eher eine Neu‑ als eine Wiederentdeckung, und ein bedrängendes, verstörendes und auch unterhaltsames, ja, ein grandioses Bühnenerlebnis.
(Gießener Anzeiger, 30. März 1998)
Zu Anton Cechov: Der Bär / Der Heiratsantrag
[...] Es folgen Szenen, die der Inszenierung von Helmut Barz meisterhaft gelungen sind. Wie Smirnow der scheuen Jelena den Gebrauch der Pistole erklärt, kommt es zu indirekten Zärtlichkeiten, zu scheinbar absichtslosen Berührungen, die Köpfe der beiden rücken einander so nah, daß man den Kuß förmlich erwartet. Doch mit dem Ruf An die Barriere" entzieht sie sich ihm, hält die Waffe starr auf ihn gerichtet, der zu Boden gesunken ist, knieend seine Liebe erklärt.
Stephanie Kahler konnte als Jelena sehr gut überzeugen, sie spielte ihre Rolle der scheuen Dame, die sich nicht traut, ihrem Herzen zu folgen, glaubwürdig und echt. [...] Thomas Koob als Grigori spielte seine Rolle ebenfalls hervorragend.
(Schwäbische Zeitung, 4. November 1997)
Die Inszenierung [Heiratsantrag] von Helmut Barz hat schon allerhand aufzubieten: Die krankhaft nervösen Zuckungen des Werbenden, das rechthaberisch auftrumpfende Auftreten der Tochter des Hauses, die ungeduldige Art des Hausherren wurden immer wieder mit originellen Spieleinfällen unterstrichen: Beruhigungspillen auf dem Boden verstreut, ungelenke Handhabung eines Zylinders, Wiederbelebungsaktionen mit Wasser, die als Springbrunnen enden, Türklinken, die in der Hand bleiben – es fehlte nicht an gekonnt komischen Szenen.
Der Theaterabend [...] machte dem Publikum großen Spaß.
(Schwarzwälder Bote, 6. November 1997)